Befür­wor­ten Bud­dhis­ten über­na­tür­li­che Kräfte? Eigent­lich ist dies keine Frage von Befür­wor­ten oder nicht Befür­wor­ten. Viel­mehr ist es so, dass jeder, der Errun­gen­schaf­ten im Dharma hat, über­na­tür­li­che Kräfte besitzt. Sol­che Kräfte sind die Mani­fes­tie­rung der Ver­wirk­li­chung durch Kul­ti­vie­rung. Sie sind Erschei­nun­gen, die im Lauf der Kul­ti­vie­rung auf­tre­ten, aber sie sind nicht das Ziel der Kul­ti­vie­rung, wel­ches die Befrei­ung vom Kreis­lauf von Geburt und Tod ist. Sie sind Neben­pro­dukte, die wäh­rend der Kul­ti­vie­rung auf­tre­ten.


Diese Neben­pro­dukte, die über­na­tür­li­che Phä­no­mene genannt wer­den, tre­ten natur­ge­mäß auf allen Wegen der Befrei­ung inner­halb des Buddha-Dharmas auf. Wenn man an die­sen Neben­pro­duk­ten anhaf­tet und sie als das Ziel betrach­tet, so sind das häre­ti­sche (oder ket­ze­ri­sche) über­na­tür­li­che Kräfte. Diese Neben­pro­dukte in einer freien und nicht­an­haf­ten­den Art anzu­wen­den und sie als illu­so­risch zu betrach­ten heißt, basie­rend auf rech­ter Sicht­weise des Buddha-Dharmas, mit über­na­tür­li­chen Kräf­ten umzugehen.

Bud­dha Shakya­muni offen­barte über­na­tür­li­che Kräfte und war ebenso gegen über­na­tür­li­che Kräfte. Jeder die­ser bei­den Ansätze spie­gelt ver­schie­dene zugrunde lie­gende kar­mi­schen Umstände wider. Zu jenen, mit den Fähig­kei­ten des höhe­ren Fahr­zeugs (Maha­yana) sprach der Bud­dha über über­na­tür­li­che Kräfte als Freude, die aus unvor­stell­ba­rer Rea­li­sie­rung und der freien und nicht­an­haf­ten­den Anwen­dung von Sama­dhi resul­tiert. Bei­spiele hier­von fin­den sich im Lotos-Sutra, im Samyuktagama-Sutra und ande­ren Sutras. Zu den Prak­ti­zie­ren­den mit nie­de­ren Fähig­kei­ten sprach der Bud­dha dar­über, nicht an über­na­tür­li­chen Kräf­ten zu haf­ten, um das Ziel, die Leer­heit zu rea­li­sie­ren, zu errei­chen. Ein Bei­spiel hier­von ist im Shurangama-Sutra zu finden.

Jeder der ein Bud­dha wer­den will und nur nie­dere Fähig­kei­ten besitzt, muss durch die Stufe der Kul­ti­vie­rung gehen, die jenen mit gro­ßen Fähig­kei­ten ent­spricht. Im Lauf der eige­nen Kul­ti­vie­rung ent­spricht das sinn­ge­mäß, von einer Stadt in eine andere zu gehen. Wenn man nicht auf dem Weg zwi­schen die­sen bei­den Städ­ten geht, wird man die andere Stadt nicht errei­chen. Wenn man die­ser ande­ren Stadt ent­ge­gen geht, wird man sicher­lich alle Erschei­nun­gen, die sich auf die­sem Weg befin­den sehen und ihnen begeg­nen. Das ent­spricht dem über­na­tür­li­che Phä­no­men, wenn sich die eigene Weis­heit eröff­net, das im Lauf der Kul­ti­vie­rung auf­tritt. Wenn jemand sol­che Phä­no­mene wäh­rend sei­ner Kul­ti­vie­rung nicht erlebt, dann wird er das andere Ufer der Befrei­ung nicht errei­chen. Weil man den Weg des Buddha-Dharmas, der zur Befrei­ung führt, nicht durch­lau­fen hat, kann man die­sen Phä­no­me­nen nicht begeg­nen, die auf die­sem Weg auf­tre­ten. Das ist der Grund, warum eine Per­son die Stufe in die­sem Pro­zess nicht erlebt hat, wodurch die Weis­heit eröff­net wird und über­na­tür­li­che Kräfte ver­wirk­licht wer­den. Des­halb müs­sen alle Bud­dhis­ten, die im Dharma Errun­gen­schaf­ten erlan­gen, durch diese Stufe von über­na­tür­li­chen Kräf­ten gehen.

Ist es war, dass authen­ti­scher Buddha-Dharma nicht von über­na­tür­li­chen Kräf­ten spricht? Wenn dies der Fall wäre, warum hat dann der große Füh­rer des Bud­dhis­mus, Bud­dha Shakya­muni, über­all über­na­tür­li­che Kräfte offen­bart? Warum hat er selbst, gerade bevor er ins Nir­vana ein­ge­tre­ten ist, große über­na­tür­li­che Kräfte mani­fes­tiert? Wel­che ver­rückte und dämo­ni­sche Per­son würde es wagen zu behaup­ten, dass Bud­dha Shakya­muni nicht den wah­ren Buddha-Dharma aus­übte. Denkt ein­fach nach. Wenn jemand mit gro­ßen Errun­gen­schaf­ten im Dharma kei­ner­lei über­na­tür­li­che Ver­wirk­li­chungs­kräfte hätte, was wäre dann der Unter­schied zwi­schen die­ser und einer gewöhn­li­chen Per­son, die den Bud­dhis­mus nicht gelernt hat?

S.H. Dorje Chang Bud­dha III, der Hei­ligste Tatha­gata Wan Ko Yeshe Norbu ist der höchste ursprüng­li­che Bud­dha mit voll­kom­me­ner Befä­hi­gung sowohl in exo­te­ri­schem als auch exo­te­ri­schem Bud­dhis­mus und voll­stän­di­ger Meis­te­rung der Fünf Vidyas. Ein Teil der Ver­wirk­li­chungs­kräfte von Sei­ner Hei­lig­keit wer­den im Buch H.H. Dorje Chang Bud­dha III – A Tre­a­sury of True Bud­dha Dharma offen gezeigt, so dass alle es klar sehen kön­nen. Wie auch immer, die kla­ren und bestimm­ten Sicht­wei­sen, die durch Seine Hei­lig­keit aus­ge­drückt wur­den, ermög­lich­ten es uns, die Prin­zi­pien und Rich­tung der Kul­ti­vie­rung zu ver­ste­hen. S.H. Dorje Chang Bud­dha III sagte das Folgende:

Der Bud­dha sprach nicht nur sehr viel von über­na­tür­li­che Kräf­ten in den Sutras, er offen­barte auch über­na­tür­li­che Kräfte. Sol­che Worte und Tat­sa­chen waren an jene gerich­tet, die den Sambho­gakaya– oder Nirmanakaya-Zustand des gro­ßen Fahr­zeugs (Maha­yana) erreich­ten. Der Bud­dha erklärte in den Sutras auch, dass man über­na­tür­li­chen Kräf­ten nicht anhaf­ten darf. Sol­che Leh­ren waren an jene gerich­tet, die auf der Anfangs­stufe der Rea­li­sie­rung ihrer ursprüng­li­chen Natur und des Dhar­ma­ka­yas waren, um sie zu schüt­zen. Wenn Prak­ti­zie­rende, die auf der Anfangs­stufe der Rea­li­sie­rung der wah­ren Natur oder wah­ren So-heit aller Erschei­nun­gen an über­na­tür­li­chen Kräf­ten anhaf­ten, wer­den sie zurück­fal­len in jenes, das bedingt ist. Sie wer­den dann Irr­leh­ren prak­ti­zie­ren. Des­halb müsst ihr ver­ste­hen, dass über­na­tür­li­che Kräfte die Wider­spie­ge­lung der unge­hin­der­ten, unbe­hin­der­ten Natur der Bud­dhas und Bodhi­satt­vas ist. Sol­che Kräfte kön­nen nicht von Prak­ti­zie­ren­den auf der Anfangs­stufe beses­sen und genos­sen werden.

Was mich angeht, so ging Ich in mei­nen jun­gen Jah­ren durch die Stufe von über­na­tür­li­chen Kräf­ten. Ich ver­stehe zutiefst, dass sie die freie und nicht­an­haf­tende Anwen­dung von Sama­dhi sind, aber sie sind nicht die höchste Ver­wirk­li­chung. Ich sehe gele­gent­lich die über­na­tür­li­chen Kräfte ande­rer, was die Mani­fes­tie­rung ihrer kar­mi­schen Umstände und glück­li­chen Fügung ist. Ich selbst habe sol­che Fähig­kei­ten nicht!

Ich befür­worte über­na­tür­li­che Kräfte nicht. Was ich möchte ist Kul­ti­vie­rung. Nur durch Kul­ti­vie­rung kann man das Ziel errei­chen. Ich selbst bin sehr gewöhn­lich. Ich besitze keine über­na­tür­li­chen Kräfte. Ich habe nur Kul­ti­vie­rung. Der Dis­kurs mit dem Titel ‚Was ist Kul­ti­vie­rung?‘, den ich für alle guten Bud­dhis­ten gege­ben habe, die die kar­mi­sche Nei­gung haben, die­sen zu hören oder zu lesen, ist der Palast des Buddha-Dharmas, die Wur­zel der Befrei­ung und die Quelle von gro­ßem Dharma im Dharma-Reich.

International Buddhism Sangha Association

 

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