Obwohl die meisten zustimmen würden, dass wir gegenwärtig in degenerierten Zeiten leben, oft als das „Zeitalter des Dharma-Niedergangs“ bezeichnet, gibt es in den Sutras andere Hinweise, die große Hoffnung geben. Als erstes sollte sich zeigen, dass die schrecklichste der Vorhersagen über die Zeit ist, dass der Dharma auf Indien begrenzt bleiben wird, dem Land seines irdischen Ursprungs. Beispielsweise besagt das Sutra des Goldenen Zeitalters, dass der Dharma in seiner reinen Form für nur 500 Jahre nach dem Ableben von Buddha Shakyamuni bestehen wird. Danach wird der Dharma als ein Schatten seines wahren Selbst für weitere 1.500 Jahre bestehen. Andere Sutras geben auch einen Zeitraum von 1.000 – 2.000 Jahren an. Es ist wahr, dass der Buddhismus in Indien weniger als 2.000 Jahre andauerte. Jedoch wurde der Buddhismus in andere Länder ausgeführt, in denen er Wurzeln fassen konnte und für viel länger gedeihte. In China dauerte er viele Jahrhunderte an und in Tibet blühte er für über eintausend Jahre.

Außerdem werden, wie Buddha Shakyamuni zu Subhuti im Diamant-Sutra sagt, wenn die Tage des Dharma-Niedergangs kommen, große Bodhisattvas, die Tugend, vorzügliche Eigenschaften und Weisheit besitzen inkarnieren, um den Dharma wiederzubeleben. In Indien gab es die Sechs Juwelen (die großen Dharmakönige Nagarjuna, Aryadeva, Asanga, Vasubandhu, Dignaga und Dharmakirti), die die Texte entwickelten, die heutzutage als die klassischen Hauptkommentare angesehen werden. In Tibet gab es die großen Dharmakönige Padmasambhava, Marpa, Sakya Pandita, Dolpopa, Longchenpa, Tsongkhapa, Tangtong Gyalpo, Taranatha, Jigme Lingpa und weitere.

Für über 500 Jahre zwischen dem Kommen von Meister Padmasambhava im 8. Jahrhundert bis Meister Tsongkhapa im 14. Jahrhundert kam, waren die großen oder hohen Dharmas in Tibet vorhanden und viele Menschen erlangten mühelos in einem Leben die Erleuchtung. Dies war so, weil die tantrischen Lehren offen gelehrt wurden – selbst vielen, die nicht die Disziplin oder Qualifikation besaßen, diese zu erhalten. Im 14. Jahrhundert war die Situation für Meister Tsongkhapa (1357 – 1419) eine andere. Weil die tantrischen Lehren so frei übertragen wurden und es an Disziplin mangelte, die für eine richtige Übertragung erforderlich ist, gab es viele falsche Rinpoches und Lamas und vieles, das als Dharma praktiziert wurde, war nicht korrekt. Meister Tsongkhapa wurde vom Adharma Buddha (Adi-Buddha), Samantabhadra, in diese Welt geschickt. Meister Tsongkhapas Aufagbe war es, die Disziplin wiederherzustellen und Ordnung ins Chaos zu bringen, das sich aus den anderen Überlieferungen der Nyingma-, Jonang-, Kagyu-, und Sakya-Schulen entwickelt hat. Es ist nicht so, dass die anderen Überlieferungen falsch waren. Es ist lediglich so, dass durch den Mangel an Disziplin und der Übertragung des Dharmas an jene, die nicht qualifiziert waren diesen zu erhalten, der Dharma korrumpiert wurde und es in vielen der Überlieferungslinien falsche Rinpoches und falschen Dharma gab, wie es auch heute so ist. Meister Tsongkhapa, ein großer Gelehrter und Zuchtmeister, machte sich pflichtbewusst daran die Ordnung in der monastischen Praxis wieder herzustellen. Um ein Beispiel für seine Mönche zu sein, praktizierte Tsongkhapa, selbst ein Mönch, die höheren tantrischen Dharmas nicht. Aus diesem Grund war er nicht in der Lage, den Regenbogenkörper zu erlangen oder ein Buddha zu werden, so lange er noch lebte. Die Buddhaschaft erlangte er nur im Bardo-Zustand. Außerdem übertrug er diese höheren Dharmas nicht an seine Schüler. Die Geluk-Schule selbst besitzt diese höheren tantrischen Praktiken nicht. Die Gelukas können die Erleuchtung nicht innerhalb eines Lebens durch die Ausübung ihrer eigenen Lehren erlangen.

Die Systeme, die sich zur Klassifizierung dieser Perioden entwickelt haben, sind prinzipiell die Folgenden:

Das Goldene Zeitalter oder Zeitalter des Wahren Dharmas (500-1.000 Jahre): Praktizierende verfügen über hohe Aufnahmefähigkeit und Kompetenz und die Lehren werden intakt übermittelt, so dass viele das Ziel der Befreiung erreichen. Während dieser Periode ist die Lehre kraftvoll, die Menschen sind fähig sie zu verstehen und sie in die Tat umzusetzen und viele erreichen die Erleuchtung durch ihre eigene Kraft.

Das Zeitalter der Nachahmung oder Anschein des Dharmas (500-1.000 Jahre): Praktizierende haben geringere Aufnahmefähigkeit und Kompetenz, kürzere Lebensspannen und die Lehren werden unvollständig übermittelt, so dass nur eine äußere Erscheinung des Dharmas übrig bleibt, mit der seltenen Erreichung des Ziels. Nur wenige Menschen mit großer Intelligenz sind fähig die Lehre korrekt zu erfassen und die Erleuchtung zu verwirklichen.

Das Zeitalter des Dharma-Niedergangs oder des End-Dharmas (500-1.000 Jahre): Praktizierende haben geringe Aufnahmefähigkeit und Kompetenz, der Dharma kann nicht korrekt übermittelt werden und die Welt ist von so vielen Problemen geplagt, dass es nicht möglich ist zu praktizieren. Es geschah als Reaktion auf die Wahrnehmung, dass wir in diese Periode eingetreten sind, dass neue Praxismethoden aufkamen, wie die Reines-Land-Schule, die sich auf die Kraft eines bereits erleuchteten Buddhas verlässt oder der Nichiren-Schule, die auf das Rezitieren des Lotos-Sutras vertraut.

Durch jede der Methode von Bedeutung und nur durch beobachten der Welt um uns herum, kann man sehen, dass wir in das „Zeitalter des Dharma-Niedergangs“ eingegangen sind. Jedoch hat der Buddha dieses dunkle Zeitalter vorhergesehen und Lehren bereitgestellt, die den verschiedenen Zeitaltern entsprechen und sagte voraus, dass große Heilige zu entsprechenden Zeiten und Orten inkarnieren werden, um den Dharma wiederzubeleben und zu lehren, wie es für diesen Zeitabschnitt und Ort angemessen ist. Aufgrund dieser Umstände kam Seine Heiligkeit Dorje Chang Buddha III in diese Welt, um uns vorzuführen, dass der wahre Buddha-Dharma immer noch existiert und um uns den „Schnellen Weg“ zur Befreiung zu zeigen. Als über S.H. Dorje Chang Buddha III gesprochen wurde, sagte Penor Rinpoche, der dritte Führer der Nyingma-Schule, zur Ehrwürdigen Zhaxi Zhuoma Rinpoche, „Weil dies das Zeitalter des Dharma-Niedergangs ist, ist es gut, dass solch ein hohes Wesen inkarniert ist.“