Was ist eigentlich das Ziel des Buddhismus?

Das Ziel des Buddhismus ist es, die Erleuchtung bzw. die Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburten zu erlangen und anderen Lebewesen zu helfen, sich ebenfalls zu befreien.

Wie kann man dieses Ziel erreichen?

Um dieses Ziel zu erreichen benötigt man eine Dharma-Praxis und Selbstkultivierung. Diese beiden Teile sind absolut essentiell. Fehlt ein Teil oder wird einer der Teile nicht korrekt ausgeführt, werden die Erfolge ausbleiben. Wir werden nicht in der Lage sein Verdienste anzusammeln und Errungenschaft zu verwirklichen, geschweige denn den Kreislauf von Leben und Sterben zu verlassen. Solange wir nicht die Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburten erlangt haben, bestimmt unser Karma darüber, in welchen Daseinsbereichen und in welcher Form wir wiedergeboren werden. Erlangen wir die Erleuchtung, so haben wir die volle Kontrolle über Geburt und Tod. Wir selbst bestimmen wo wir wiedergeboren werden und welche Form wir annehmen, immer so, wie es die Situation erfordert, um den Lebewesen bestmöglich zu helfen.

Was ist korrekte Dharma-Praxis?

Es ist die perfekte Ausführung der vorbereitenden, formellen und abschließenden Praxis. Diese Praxis kann das Rezitieren von Mantras, das Formen von Mudras, das Benutzen verschiedener Dharma-Instrumente oder das Visualisieren verschiedener Dinge beinhalten. Um dauerhafte Fortschritte in unsere Dharma-Praxis zu machen, muss sie mit fester Regelmäßigkeit in unserem Alltag integriert sein.

Welche Rolle spielt die Selbstkultivierung?

Unsere Selbstkultivierung ist die Quelle der Kraft unserer Dharma-Praxis. Selbstkultivierung heißt, das im alltäglichen Leben und im Umgang mit anderen Lebewesen anzuwenden, was wir von den Lehren Buddhas gelernt haben. Gier, Ärger (Hass) und Ignoranz sind die drei großen Hindernisse der Selbstkultivierung. Der wichtigste Aspekt der Kultivierung ist, die drei Karmas, also die eigenen Handlungen, die eigene Rede und die eigenen Gedanken, in Übereinstimmung mit den Lehren der Buddhas zu haben. Wenn wir dies nicht richtig verstehen und unsere drei Karmas nicht danach ausrichten, werden wir keinerlei Nutzen aus unserer Dharma-Praxis ziehen können. Wir werden keine Dharma-Kräfte entwickeln und die Realisierung unserer wahren Natur nicht verwirklichen können. Deshalb ist Selbstkultivierung die Basis jeder buddhistischen Praxis. Ganz gleich welcher buddhistischen Schule oder Tradition wir uns zugehörig fühlen, unsere Praxis wird absolut nutzlos sein, wenn wir nicht verstehen was Selbstkultivierung ist und sie in die Tat umsetzen.

Selbstkultivierung praktizieren wir nicht nur auf unserem Meditationskissen. Selbstkultivierung praktizieren wir an unserem Arbeitsplatz im Umgang mit unseren Kollegen, beim Abendbrot mit der Familie, im Straßenverkehr, im Internetforum oder in den sozialen Medien, kurz in jedem Augenblick unseres Lebens, der uns in Kontakt mit anderen Lebewesen bringt. Es sind vor allem die widrigen Momente, die es uns ermöglichen große Fortschritte in unserer Selbstkultivierung zu machen.

Jedem sei zutiefst ans Herz gelegt, den Dharma-Diskurs „Was ist Kultivierung?“ von S. H. Dorje Chang Buddha III zu studieren und in die Tat umzusetzen, so dass die eigene Dharma-Praxis am Ende nicht vergeblich ist.