Kultivierung ist die bewusste Arbeit daran, gutes Karma zu mehren und schlechtes zu vermeiden, durch Körper, Sprache und Geist im ganz normalen Alltag. Ohne sie bleibt jede Methode wirkungslos. Sie bildet das Fundament für jeden echten Fortschritt auf dem Pfad.
Warum viele Praktizierende scheitern
Viele Praktizierende meditieren jahrzehntelang, rezitieren Mantras und führen Rituale durch, ohne dass sich ihr Geist wirklich wandelt oder echte Verwirklichung eintritt. Warum ist das so?
In Seinen Dharma-Lehrreden erklärt S.H. Dorje Chang Buddha III dieses weitverbreitete Problem mit großer Direktheit. Die Ursache liegt nicht in den Methoden, sondern in dem, was ihnen oft fehlt: das Fundament der Selbstkultivierung. Wer im Alltag weiterhin lügt, Wut auslebt oder anderen schadet und gleichzeitig Mantras rezitiert, gleicht jemandem, der Wasser in ein durchlöchertes Gefäß füllt. Die Praxis fließt ab.
Das Fundament bauen: Die acht Grundlagen
Der Weg hat eine innere Logik. Wer Stufen überspringt, erzeugt nach den Worten von S.H. Dorje Chang Buddha III nur leere und illusorische Geisteszustände. Alles beginnt mit dem Verstehen der Unbeständigkeit und führt über feste Überzeugung, Entsagung und das Einhalten von Tugendregeln bis hin zu Bodhicitta. Keine dieser Stufen darf vertauscht oder vorweggenommen werden.
Den Alltag nutzen: Die tägliche Praxis
Kultivierung findet nicht in erster Linie auf dem Meditationskissen statt. Es ist die Arbeit im täglichen Umgang mit anderen, mit dem eigenen Ärger, mit den eigenen Gewohnheiten. S.H. Dorje Chang Buddha III gibt in Seiner Dharma-Lehrrede Lernen von Buddha eine präzise Anweisung, wie Praktizierende ihren Geist morgens ausrichten und im Tagesverlauf kritisch prüfen sollen.
Den Kurs korrigieren: Der Spiegel der 128 Ansichten
Um sicherzustellen, dass man bei dieser täglichen Arbeit nicht unbemerkt vom richtigen Weg abkommt, braucht es einen klaren Maßstab. S.H. Dorje Chang Buddha III hat eine Dharma-Lehrrede herausgegeben, die 128 böse und falsche Ansichten beschreibt. Sie dienen als Spiegel, um die eigene Praxis, aber auch den Weg, dem man folgt, kontinuierlich zu überprüfen.
Das Fundament nutzen: Wahre Dharma-Praxis
Wer sich im Alltag aufrichtig kultiviert und seine Irrtümer korrigiert, baut ein starkes, reines Fundament auf. Doch S.H. Dorje Chang Buddha III lehrt, dass Kultivierung allein nicht ausreicht, um den Kreislauf von Samsara zu durchbrechen. Dafür bedarf es einer konkreten Dharma-Praxis, die dieses Fundament nutzt, um tatsächliche Verwirklichungskräfte zu erzeugen.
Den Weg gemeinsam gehen
Die eigenen blinden Flecken zu erkennen, gelingt selten allein. Deshalb ist die Sangha, die Gemeinschaft der Praktizierenden, weit mehr als nur eine Unterstützung: Sie ist der Ort, an dem diese Kultivierung praktisch wird. In unserer regelmäßigen Praxisgemeinschaft dienen genau diese Dharma-Lehrreden von S.H. Dorje Chang Buddha III als Maßstab. In kleinen Gruppen reflektieren wir ehrlich und verbindlich unsere Fortschritte und Irrtümer, ohne Ratschläge zu erteilen, aber mit einem klaren Blick auf uns selbst.
